20 Länder, 5 Sekunden Geduld. Dass Kunden trotzdem schnell das Richtige finden, ist essentiell für den Vertriebserfolg. Besonders bei international tätigen Unternehmen beobachten wir immer wieder ähnliche Herausforderungen.
Ein Beispiel aus unserer Praxis
Für die VULKAN Gruppe durften wir die Weiterentwicklung einer internationalen, digitalen Plattform begleiten. Die Gruppe entwickelt seit über 135 Jahren technische Lösungen für einige der anspruchsvollsten Anwendungen auf dem Gebiet der Marine-, der Industrie- und Energietechnik sowie der Kälte- und Klimatechnik. Mit einem international ausgerichteten Produktportfolio aus Antriebslösungen und Bremssystemen sowie Rohrverbindungslösungen unterstützt das Unternehmen Kunden weltweit. Rund 1.600 Mitarbeitende sorgen dafür, dass Produkte, Services und technisches Know-how weltweit verfügbar sind. Genau diese internationale Aufstellung und die Vielfalt der Lösungen machen die digitale Abbildung des Portfolios zu einer besonderen Herausforderung.
Die zentrale Frage lautete
- Wie führt man Nutzer möglichst schnell zur passenden Lösung, ohne sie mit technischer Komplexität zu überfordern?
Unsere Antwort war keine neue Produktseite. Sondern eine Plattformstrategie.
Ein wesentlicher Baustein dabei war die Entwicklung eines intelligenten Produktfinders, der Nutzer strukturiert durch das Portfolio führt und gleichzeitig die Grundlage für zukünftige Vertriebs- und Serviceprozesse schafft.
Was dabei wichtig ist
1. Orientierung schlägt Informationsmenge
Mehr Informationen führen nicht automatisch zu besseren Entscheidungen. Oft ist das Gegenteil der Fall. Je komplexer ein Portfolio wird, desto wichtiger werden klare Nutzerführung, sinnvolle Filterlogiken und verständliche Einstiege.
2. Produktdaten werden zum strategischen Asset
Eine moderne Produktdatenbank dient längst nicht mehr nur der Website. Sie unterstützt Vertrieb, Marketing, Internationalisierung und zukünftige digitale Services. Je strukturierter die Datenbasis aufgebaut ist, desto größer wird ihr Nutzen für das gesamte Unternehmen.
3. Internationale Skalierung braucht klare Strukturen
Globale Organisationen benötigen Plattformen, die sowohl zentrale Standards als auch lokale Anforderungen unterstützen. Dabei spielen nachvollziehbare Rollen- und Rechtestrukturen eine entscheidende Rolle. Denn mit jedem zusätzlichen Standort steigt die organisatorische Komplexität.
4. Die Website wird Teil des Vertriebsprozesses
Gerade auf internationalen Branchenveranstaltungen entstehen zahlreiche Erstkontakte. Die Kaufentscheidung findet jedoch oft später statt. Dann entscheidet die digitale Plattform darüber, ob aus Interesse eine Anfrage wird.
Was eigentlich interessant ist
- Finden Interessenten auf unserer Website schnell die passende Lösung?
- Unterstützt unsere Plattform aktiv den Vertriebsprozess?
- Sind unsere Produktdaten strukturiert genug für zukünftiges Wachstum?
- Können internationale Teams effizient zusammenarbeiten?
- Reduzieren wir Komplexität oder erzeugen wir zusätzliche Komplexität?
Das Ergebnis
- schnellere Orientierung für Interessenten
- bessere Nutzerführung
- höhere Auffindbarkeit relevanter Lösungen
- effizientere Verwaltung komplexer Produktdaten
- bessere Unterstützung internationaler Vertriebsstrukturen
- skalierbare Grundlage für zukünftige digitale Services
Ein realistischer erster Schritt
Der Einstieg beginnt meist nicht mit einem Relaunch. Sondern mit einer einfachen Beobachtung: Wie viele Klicks benötigt ein potenzieller Kunde, um auf Ihrer Website die passende Lösung zu finden?
Wenn die Antwort länger dauert als ein Gespräch auf einer Messe, lohnt sich häufig ein genauer Blick auf Informationsarchitektur, Produktdaten und Nutzerführung. Denn komplexe Produkte werden nicht durch weniger Komplexität erfolgreich, sondern durch bessere Orientierung.
