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Wie digitalisiert man die Kommunikation eines Energieversorgers

Eine Website für alle wird schnell zu einer Website für niemanden. Wie bringt man Bürger, Kommunen, Geschäftskunden, Netzkunden, Bewerber und Partner auf einer digitalen Plattform zusammen? Genau vor dieser Herausforderung stand Westfalen Weser. Die zentrale Website sollte als digitale Plattform für Bürger, Kommunen, Geschäftskunden, Netzkunden, Bewerber und Partner funktionieren.

An dem Energieversorger Westfalen Weser zeige ich, warum die größte Herausforderung dabei nicht die Technologie ist, sondern eine Struktur, die für jede Zielgruppe funktioniert.

Wenn Unternehmen über digitale Plattformen sprechen, geht es oft um Technologie.

CMS.
Cloud.
Schnittstellen.
Performance.

Doch bei Projekten im Energiesektor zeigt sich immer wieder etwas anderes:

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, unterschiedlichste Zielgruppen auf einer gemeinsamen digitalen Plattform zusammenzubringen.

Genau vor dieser Aufgabe stand auch Westfalen Weser. Ein Energieunternehmen kommuniziert heute nicht mehr nur mit einer Zielgruppe. Stattdessen treffen auf einer Website sehr unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander:

  • Bürgerinnen und Bürger suchen verständliche Informationen. 
  • Kommunen benötigen Orientierung bei Zukunftsthemen wie Energiewende oder Infrastruktur. 
  • Geschäftskunden erwarten konkrete Lösungen. 
  • Netzkunden benötigen schnellen Zugang zu Services. 
  • Bewerber möchten einen authentischen Einblick in das Unternehmen erhalten. 
  • Partner suchen Ansprechpartner und relevante Informationen. 

Jede dieser Gruppen hat eigene Erwartungen, Ziele und Informationsbedürfnisse. 

Bei Westfalen Weser wird diese Komplexität sehr greifbar:

23 Standorte.
Über 1.300 Mitarbeitende.
Ein Versorgungsgebiet mit rund 1,2 Millionen Menschen.
Mehr als 31.000 Kilometer Stromnetz.
681.000 Netzkund:innen.
Dazu Themen wie Wärmeplanung, Ladeinfrastruktur, Photovoltaik, Glasfaser, Beleuchtung, Wasserwirtschaft, Karriere, Presse, Service und Portale.

Das ist keine klassische Unternehmenswebsite mehr. Das ist ein digitaler Zugangspunkt zu einem ganzen regionalen Infrastruktursystem. Im Projekt ging es unter anderem um TYPO3, ein CMS für mehrere Domains, intelligente Suche, Vorschlagssuche, die Einbindung externer News und Inhalte, die über Domains hinweg referenziert werden können.

Aber die eigentliche Aufgabe lag tiefer: Wie bringt man unterschiedliche Unternehmen, Leistungen, Zielgruppen und Servicebedarfe in eine Struktur, die für Nutzer logisch bleibt?

Denn eine Kommune, die sich über kommunale Wärmeplanung informiert, hat ein anderes Anliegen als ein Unternehmen, das Ladeinfrastruktur für E-Lkw sucht.

  • Ein Netzkunde will schnell zum Self-Service.
  • Ein Bewerber will verstehen, wofür das Unternehmen steht.
  • Und ein Bürger sucht keine interne Konzernstruktur, sondern eine verständliche Antwort auf seine konkrete Frage.

 

Genau hier entscheidet sich, ob Digitalisierung wirkt. In der Fähigkeit, aus organisatorischer Komplexität nutzbare digitale Wege zu machen. Für mich ist das eine der wichtigsten Erkenntnisse aus Projekten im Energiesektor:

Je größer die Rolle eines Energieunternehmens in der Region wird, desto weniger darf seine Website nach innen gedacht sein.

  • Sie muss nicht abbilden, wie die Organisation aufgebaut ist.
  • Sie muss abbilden, was Menschen lösen wollen.
  • Das verändert auch die technische Perspektive.

     

Ein CMS ist dann nicht einfach ein Redaktionssystem. Es wird zur Plattform für Governance, Wiederverwendung, Suche, Skalierung und konsistente Markenführung über mehrere digitale Auftritte hinweg. Welche Rolle soll unsere digitale Plattform in fünf Jahren für Kunden, Kommunen, Unternehmen und Mitarbeitende spielen? Erst wenn diese Frage beantwortet ist, kann Technologie ihren eigentlichen Wert entfalten.